Sommaire
Inbetriebnahme einer Wärmepumpe: Schritte, Kältemittel, Druckprüfung, Inbetriebnahme
TL;DR : Die Inbetriebnahme einer WP muss von einem zertifizierten Kältetechniker durchgeführt werden: mechanische/elektrische Kontrollen, Stickstoff-Druckprüfung, Tiefevakuierung (~500 Mikron) und Regelungseinstellungen. Das Kältemittel (R32 A2L, R290 A3…) erfordert Sicherheitsvorkehrungen (EN 378, F-Gas 2024/573). Ein Abnahmedokument dokumentiert alle Werte.

1. Inbetriebnahme: Ziele & Beteiligte
Die Inbetriebnahme (MES) ist die Abfolge von Prüfungen, Einstellungen und Kontrollen, die eine Wärmepumpe (Luft-Luft, Luft-Wasser, Wasser-Wasser) validiert. Sie sichert das einwandfreie Funktionieren, die Herstellergarantie und die Betriebssicherheit. Sie umfasst: Sichtprüfung, elektrische/hydraulische Kontrollen, Dichtheit des Kreislaufs, Vakuumziehen, Öffnen der Ventile, Parametrierung, Heiz-/Warmwasserprüfungen und die Übergabe eines unterzeichneten Berichts.
- Kältetechniker mit Befähigungsnachweis (Umgang mit Kältemitteln).
- Elektriker/Heizungsbauer für Verkabelung, Hydraulik, Einstellungen.
- Kunde: Abnahme, Erläuterungen, Wartungsheft.
2. Sicherheit & Vorschriften 2025 (F-Gas, EN 378)
- F-Gas 2024/573: HFKW-Quoten, Rückverfolgbarkeit, verpflichtende Qualifikationen, Förderung von niedrigem GWP (R290/R744…).
- EN 378 (NF EN 378): Füllmengenbegrenzungen nach Sicherheitsklasse (A1/A2L/A3), Anforderungen an Belüftung, Detektion, ATEX-Zonen falls erforderlich.
- Elektrizität: dedizierte Stromkreise, FI-Schutzschalter 30 mA angepasst (Typ F empfohlen/erforderlich für einphasige Frequenzumrichter laut Leitfäden), Normkonformität NF C 15-100.
3. Unverzichtbare Werkzeuge & Messgeräte
- Trockene Stickstoffflasche (OFN) + Zweistufiger Druckminderer.
- Leistungsstarke Vakuumpumpe + unabhängiges Vakuummeter.
- Manometergruppe (ideal digital), spezielle Schläuche, elektronische Waage.
- Lecksuchgerät (elektronisch) + Schaummittel, Thermometer/Sensoren.
- Kupferwerkzeug (Aufweiten, Löten unter Stickstoff), PSA.


4.
Detaillierte Schritte: vom Vorinbetriebnehmen bis zur Inbetriebnahme
4.1 Vorinbetriebnahme
- Visuell: Befestigungen, Abläufe, Freiräume, Vibrationsschutz, Sauberkeit.
- Kältetechnik: Löten unter Stickstoffspülung, Biegeradius, durchgehende Isolierung, geschlossene Ventile.
- Hydraulik (Luft-Wasser): Spülung, Y-Filter, Entlüftung, Ausdehnungsgefäß, Kaltwasserdruck, Wasserqualität.
- Elektrisch: Erdung, Polarität, Anziehen, Nennstrom & Charakteristik MCB, FI-Schutzschalter 30 mA, geeigneter Typ, Blitzschutz falls erforderlich.
- Dokumente: Bedienungsanleitungen, Schaltpläne, Sicherheitsdatenblätter der Fluide, Gefährdungsbeurteilung (R290).
4.2 Druckaufbau mit Stickstoff
- Druck gemäß Anleitung über Zweistufen-Druckminderer aufbauen.
- Halten und Leckageerkennung (Schaum + Detektor).
- Bei Bedarf Reparatur, dann erneuter Drucktest.
- Stickstoff vor dem Vakuumziehen ablassen.
4.3 Tiefevakuierung & Steigtest
- Passend dimensionierte Vakuumpumpe, neues Öl, kurze/dichte Schläuche.
- Messung mit Vakuummeter am System (nicht an der Pumpe).
- Typisches Ziel: ≈ 500 Mikron, dann Steigtest: Stabilität < 1000 Mikron = OK.
- Steigung zu schnell? Dreifache Evakuierung mit Stickstoffunterbrechung wiederholen.
4.4 Befüllung & Ventilöffnung
- Monoblock: Werksbefüllung, nur hydraulisch.
- Split/VRF: Befüllung nach Gewicht (Ergänzung je nach Leitungslänge), Ventilöffnung nach Herstellersequenz.
- R290: Bereich ohne Zündquelle, Belüftung, geeignetes Werkzeug.
4.5 Inbetriebnahme & Tests
- Regelung einstellen (Wasserkennlinie, Warmwasser-Sollwerte, Zeitprogramme).
- Durchflüsse (Luft/Wasser) und ΔT prüfen.
- Zyklen testen (Heizung/Warmwasser, Abtauung).
- Stromstärken/Spannungen kontrollieren und keine FI-Auslösungen.
- Temperatur, Druck, SH/SC (falls anwendbar) ablesen und mit Anleitungswerten vergleichen.

5. Kältemittel: Klassen, GWP & Trends
| Flüssigkeit | Klasse (ISO 817) | GWP ~ | Anwendung | Inbetriebnahmepunkte |
|---|---|---|---|---|
| R410A | A1 | ≈2088 | Alte Wärmepumpen | Übergang im Gange, Standard-Inbetriebnahme. |
| R32 | A2L | ≈675 | Neue Split/Wärmepumpen | Ladegrenzen, Belüftung, A2L-Verfahren. |
| R454B | A2L | ≈466 | R410A-Ersatz | Ähnliche Vorgaben wie R32. |
| R290 | A3 | ≈3 | Monoblock-Wärmepumpen | Hohe Entzündlichkeit: sichere Zone und spezielles Werkzeug. |
6. Wichtige Einstellungen: Wasserkennlinie, Durchflüsse, SH/SC, Abtauung
Wasserkennlinie & Sollwerte
- Die Kennlinie an Gebäude und Heizkörper anpassen (Fußboden 30–40 °C; Niedertemperaturheizkörper 40–50 °C).
- Kompensation der Außentemperatur aktivieren (Außensensor) und Warmwasserbereiche optimieren.
Durchflüsse & ΔT
Hersteller-Durchflüsse einhalten; ΔT von 5–10 K im Heizbetrieb anstreben (je nach Schema variabel).
SH/SC (falls anwendbar)
- Überhitzung (SH) zum Schutz des Kompressors.
- Unterkühlung (SC) zur Überwachung der Befüllung/Wärmeübertragung.
Abtauung
Auslösung, Dauer und Kondensatableitung prüfen; Eisbildung am Fuß der Einheit vermeiden.

7.
Inbetriebnahme- & Qualitätsakte
- Identifikation : Standort, Modelle/Nummern, Fluid, Füllmenge, Längen.
- Vorprüfungen : visuell, hydraulisch, elektrisch (FI-Schalter), Belüftung (A2L/A3).
- Stickstoff : Druck, Dauer, Detektionsergebnisse.
- Vakuum : Endwert (z.B. ~500 Mikron), Anstieg (Mikron nach X Min.).
- Füllung : zugefügte Masse, kalibrierte Waage, Enddichtigkeit.
- Tests : T°, P, SH/SC, ΔT, Ströme, Abtauen.
- Einstellungen : Wassergesetz, Zeitpläne, Schutzmaßnahmen.
- Benutzerinformation : Modi, Öko-Verhalten, Wartung.
8. Startstörungen: schnelle Diagnose
| Symptom | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| FI-Schalter löst aus | Frequenzumrichterprofil, ungeeigneter FI-Schalter | Verkabelung/Selektivität prüfen; Typ F 30 mA bevorzugen, wenn vorgeschrieben. |
| Kein stabiles Vakuum | Leckage/Feuchtigkeit | Lecksuche + dreifache Evakuierung mit Stickstoffunterbrechung. |
| Zu häufiges Abtauen | Luftstrom, Sensoren | Filter reinigen, Gerät freimachen, Sensoren/Parameter prüfen. |
| Lärm/Vibrationen | Befestigungen/Gummipuffer | Nachziehen, entkoppeln, Luftstrom ausrichten, Silentblöcke einsetzen. |
| Warmwasser lauwarm | Parameter/Prioritäten | Vorgaben/Zeitpläne anpassen, Dreiwegeventil & Durchfluss prüfen. |
Auch lesen: Installation Luft-Wasser-Wärmepumpe: Leitfaden 2025 und Schema & Verkabelung Luft-Luft-Wärmepumpe.
FAQ — Inbetriebnahme einer Wärmepumpe
Wer kann die Inbetriebnahme durchführen?
Ein zertifizierter Fachmann (Nachweis der Kältemittelkompetenz). Druck-/Vakuum-/Ladevorgänge sind strikt Profis vorbehalten.
Warum ~500 Mikron anstreben?
Um Feuchtigkeit und nicht kondensierbare Gase effektiv zu entfernen; eine Stabilität < 1000 Mikron nach Pumpenstopp ist ein guter Indikator.
Unterschiede R32 vs R290 während der Inbetriebnahme?
R32 (A2L): kontrollierte Ladung/Belüftung; R290 (A3): hohe Entzündlichkeit → Zündfreie Zone, Belüftung, geeignetes Werkzeug.
Soll unter Stickstoff gelötet werden?
Ja. Die Stickstoffspülung vermeidet Rußbildung, schützt das Öl und die Expansionsventile/EEV.
Welche Dokumente sind zu übergeben?
Inbetriebnahmebericht (Druck-/Zeitwerte, Mikron, Massen), Nachweis der Kompetenz, Sicherheitsdatenblätter der Kältemittel, Wartungsheft und Benutzeranweisungen.
Zuverlässige Quellen
- EUR-Lex — Verordnung (EU) 2024/573 (F-Gas)
- AREA — Einführung in EN 378 (A2L/A3)
- AFNOR — NF EN 378-1 (Referenz)
- Daikin — Installationsanleitung (Vakuum & Steigtest)
- Daikin — VRV Inbetriebnahme (Vakuumverfahren)
- Mitsubishi Electric — Installationshandbuch
- Promotelec — NF C 15-100 (Erinnerungen)
- ADEME — Wärmepumpen: Leitfaden & Wartung
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